Start News Gerüchte einer Übernahme von BlackBerry reißen nicht ab: Nach Apple nun Microsoft

Gerüchte einer Übernahme von BlackBerry reißen nicht ab: Nach Apple nun Microsoft

von Ben Witt
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Die Gerüchteküche brodelt weiter. Und die Betonung liegt auf Gerüchte! Letzte Woche war es noch angeblich Apple, nun ist es Microsoft. Die Reihe der angeblichen Interessenten lässt sich fortsetzen: Google, Lenovo, Huawei.

Im Falle von Microsoft sollen die Deutsche Bank und Goldmann Sachs das Unternehmen bewerten.

Doch woher kommen die Gerüchte?

Warum sollte ein Unternehmen BlackBerry übernehmen wollen?

BlackBerry hat einen Marktanteil von unter 1% weltweit. Zudem kommt die Spezialisierung auf einen Nischenmarkt und die stärkere Fokusierung auf Software hinzu. Kein verlockendes Angebot für mögliche Käufer.

BlackBerry hat jedoch circa 3 Milliarden Dollar auf der Bank und Patente im Wert von mehreren Milliarden Dollar. Dazu kommt noch das eigene globale Netzwerk, welches über 35 Petabytes pro Monat sicher verarbeitet. Dieses Netzwerk ist auch für die neue Internet-of-things Plattform zuständig.

BlackBerry bietet mit BES12 eine MDM Lösung an (auch als Cloud Lösung verfügbar), die alle 4 großen mobilen Betriebsysteme verwalten kann: Android, BlackBerry, iOS und Windows Phone. Dazu kommen noch Android for Work und Samsung KNOX mit weiteren Möglichkeiten zur Administrierung der Endgeräte.

Der MDM Bereich wird laut MarketsandMarkets von 1,01 Milliarden USD (2013) auf 3,94 Milliarden USD (2019) steigen und BlackBerry will seinen Umsatz von 600 Millionen USD im Softwaresegment bis Ende des Fiskaljahres 2016 verdoppeln.

Was spricht gegen eine Übernahme?

BlackBerry befindet sich im Turnaround und ist weiterhin auf “Einkaufstour”, um das eigene Portfolio zu erweitern. Die Liste der zuletzt getätigten Übernahmen ist lang: Secusmart (deutscher Verschlüsselungsspezialist), Movirtu (Anbieter virtueller SIM-Lösungen aus Groß Britannien) und WatchDox (israelisches Unternehmen mit Fokus auf sicheren Dateienaustausch).

Dazu BlackBerry CEO John Chen:

Jede Firma, die wir kaufen, muss Technologien in einem der Bereiche Sicherheit, Datenschutz und plattformübergreifende Software haben und sich aufs Firmengeschäft konzentrieren. Wenn sie auch noch eine Kundenbasis hat, nehmen wir die natürlich gerne.

Desweiteren mach Chen klar, dass sich auch die Mentalität des Unternehmens ändert und die Mitarbeiter sich dieser annehmen müssen. Denn Software wird ein weitaus stärkeres Geschäftsfeld für BlackBerry werden. So will das Unternehmen das BlackBerry Feeling auch auf Android, iOS und Windows Phone vermitteln. Das neue Produkt hört auf den Namen BlackBerry Experience Suite.

Zudem hat BlackBerry Pläne vorgestellt, die die Sicherheit von Netzwerken und Geräten weiter steigern soll. Mit dem BlackBerry Center for High Assurance Computing Excellence (CHACE) sollen neue Ansätze entwickelt werden, um Unternehmen vor den Konsequenzen von Hackerangriffen zu schützen. Zusammen mit verschiedenen Hochschulen und einigen Industriegruppen, soll ein Sicherheitssystem entstehen. Jedoch nicht nach der gängigen Praxis: Erst Fehler, dann Patch. Auf diese Praxis soll verzichtet werden.

Ein Mitspracherecht fordert auch die kanadische Regierung ein, so hat diese eine Übernahme schon einmal verhindert. Denn das sicherheitsrelevante Know-how soll nicht abfließen. Eine ähnliche Situation gab es bei der Übernahme von Secusmart durch BlackBerry. Um die Übernahme zu ermöglichen, wurde ein Anti-Spionage Vertrag zwischen der deutschen Regierung und BlackBerry abgeschlossen, welcher der deutschen Regierung Kontrollrechte gewährt.

Andere Regierungen würden auch auf eine Übernahme reagieren, so sind doch einige bei BlackBerry selbst Kunde.

Fazit

Es sind Gerüchte, die sich hartnäckig halten. Manchmal versuchen es auch “Börsenspezialisten” mit dem angeblichen Insiderwissen Geld zu verdienen. Im Falle der Gerüchte zur Übernahme seitens Samsung sind Ermittlungen eingeleitet. Manche der Quellen sind selbst Anteilseigner von BlackBerry und eine Marktmanipulation liegt nahe. In der Tat stieg der Aktienwert nach der Apple und Microsoft Meldung jeweils kurzzeitig.

Andererseits hat John Chen schon einmal ein Unternehmen saniert und gewinnbringend verkauft: Sybase.

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