Australien weicht Verschlüsselung auf: Verpflichtung für Backdoors

In Australien ist es nun entschieden: Hersteller digitaler Kommunikationsprodukte werden zur Implementierung von Backdoors in den genutzten Verschlüsselungsverfahren verpflichtet, damit Sicherheitsbehörden Daten und Kommunikation direkt entschlüsselt auswerten können.

Nach den neuen Gesetzen könnten australische Regierungsbehörden drei Arten von Mitteilungen herausgeben:

  • Technical Assistance Notices (TAN), d.h. Pflichtmitteilungen für einen Kommunikationsanbieter zur Nutzung einer bereits vorhandenen Abhörfunktion;
  • Technical Capability Notices (TCN), d.h. Pflichtmitteilungen für einen Kommunikationsanbieter zum Aufbau einer neuen Abhörfunktion, so dass er nachfolgende Technical Assistance Notices erfüllen kann
  • Technical Assistance Requests (TAR), die von Experten als die gefährlichsten von allen bezeichnet wurden.

Da Australien Teil der Five Eyes ist, können die Daten unter bestimmten Umständen auch an die Geheimdienste aus Kanada, Großbritannien, Neuseeland und USA weitergeleitet werden. Ob rechtlich abgesichert oder auch offen dokumentiert lasse ich hier mal offen.

Klar sollen Ermittler ihre Arbeit nachgehen, aber die Daten aller Nutzer der Gefahr durch generell vorhandenen Backdoors auszusetzen ist wohl kaum nach dem Gebot der Verhältnismäßigkeit. Des Weiteren hätten auch Kriminelle und die Hersteller / Diensteanbieter selbst die Möglichkeit die Aufweichung der Verschlüsselung zu nutzen. Spannend wird es hier für Anbieter von MDM Systemen und auch OS Anbieter wie Google, Apple und Microsoft.

Weitere Informationen auf ZDNet.

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